Schimmelpilze
Definition
Der Begriff „Schimmelpilz" besitzt keine klare Definition, da er keine systematische Gruppe kennzeichnet. Im wesentlichen bezieht sich der Begriff auf makroskopisch (mit bloßem Auge) erkennbare Mycelien (Hyphengeflechte), bei denen die Bildung ungeschlechtlicher Sporen dominiert. Im typischen Fall besitzen Schimmel eine ruderale Lebenstrategie, d.h. sie nutzen kurzlebige Substrate, die sie aufgrund ihrer hohen Wachstumsgeschwindigkeit schnell besiedeln.
Lebensbedingungen

Die Mehrheit der Schimmelpilze ernährt sich von totem organischen Material, wie z.B. zur Erde gefallenem Laub. Nur ein geringerer Teil lebt parasitisch auf Pflanzen, z.B. Fusarium-Arten, Tieren oder - in seltenen Fällen - Menschen. Neben Zuckern, Eiweißen und Fetten sind viele Schimmelpilze auch in der Lage Zellulose abzubauen, Lignin (Holzstoff) wird von ihnen dagegen nicht angegriffen.
Neben Nährstoffen benötigen sie Wasser für ihr Wachstum. Entscheidend ist dabei nicht der reine Wassergehalt des Substrates, sondern der Gehalt an freiem für die Pilze verfügbarem Wasser. Dieser wird durch die Wasseraktivität aw angegeben und beschreibt das Verhältnis vom Wasserdampfdruck des Substrates zum Sättigungsdruck des reinen Wassers bei gleicher Temperatur. Das Hundertfache des aw-Wertes ergibt die direkt über dem Substrat herrschende Luftfeuchte. Ab einem aw-Wert von 0,8 ist mit Schimmelwachstum zu rechnen. Das entspricht bei Weichholz etwa einem Wassergehalt von 17%, bei Tapete von 11% und bei Gipskarton von 0,7%. Einige Spezialisten, wie Wallemia sebi und die Aspergillus-Arten der A.-glaucus-Gruppen vermögen schon bei geringeren aw-Werten zu wachsen.
Verbreitung und Vorkommen
Schimmelpilze sind weltweit verbreitet, überall wo organisches Material anfällt und zumindest zeitweise Temperatur- und Wasserverhältnisse Abbauprozesse ermöglichen, sind sie nachweisbar. Ihre Sporen werden überwiegend durch den Wind verbreitet und sind somit ständiger Bestandteil der Außenluft.
Man unterscheidet folgende Arten des Befalls:
- Nicht sichtbarer Befall

Experimentell wurde nachgewiesen, dass Schimmelpilze schon innerhalb von 48 Stunden auf feuchten Stellen anwachsen. Dieses Wachstum ist noch nicht zu sehen, da die Hyphen mikroskopisch klein sind (4-10 µm = 0,04-0,10 mm).
- Verdeckter Befall


Mikrobieller Befall durch Schimmelpilze muss auch deshalb nicht visuell erkennbar sein, wenn er z. B. hinter Wand- und Deckenverkleidungen, hinterm Schrank oder Tapete auftritt und erst nach Entfernung sichtbar wird.
- Sichtbarer Befall


Sichtbar wird der Befall erst dann, wenn die Dichte der gewachsenen Mikroorganismen zunimmt und größere, zusammenhängende Strukturen entstehen. Ebenso ist die besiedelte Matrix von Bedeutung. Ein schwarzer Pilz auf weißer Tapete wird eher sichtbar als helle Pilze in Mineralwolle oder Styropor.
Schimmelpilze in Gebäuden kommen typisch erweise an folgenden Stellen vor:
- Schimmelbildung an Bauteilen durch eindringende Feuchtigkeit (Bsp.: Wasser oder Feuchtigkeit dringen durch Risse oder Fugen, mangelhafte oder fehlende Abdichtungen, Leckagen von Wasserleitungen ein)
- Schimmelbildung im Bauteilquerschnitt (Luftspalten und Lufträume) wird gewöhnlich durch Kondensationsfeuchte (Kernkondensation) im Bauteil verursacht (bestimmte Wand-Bausysteme und meistens im Winter)
- Schimmelbildung auf den Oberflächen von Innenwänden und Decken infolge von Absorption von Kondensationsfeuchte
- Schimmelbildung auf Möbeln, Bettwäsche, Lederkleidern, Schuhen, Handschuhen infolge hoher Luftfeuchtigkeit
In der Praxis treten Schimmelpilzschäden häufig in folgenden Bereichen auf:
- Fensterleibungen
- Fenstersturz
- Dachdecken-/Wandanschluss
- Außenwand über Fußleiste
- Außenwand, Dachschräge und Dachdecke, Spots
- Außenwand-Ecke
- Badezimmer- Außenwand
- Innenwand über Fußleiste, Fußleistenrückseite
- Fenster-Flügeldichtung
- Fenster, Glasleisten und Rahmen
- Dachflächenfenster
- Kelleraußenwände
Medizinische Relevanz von Schimmelpilzen
Schimmelpilze können den menschlichen Organismus schädigen, in dem sie ihn infizieren (Mykosen), zur Ausbildung einer Allergie führen oder ihn durch ihre Gifte schädigen (Mykotoxikosen). Der Leitfaden zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen („Schimmelpilz-Leitfaden"), erstellt durch die Innenraumlufthygienekommission des Umweltbundesamtes beschreibt, dass die Feststellung einer Schimmelpilzquelle im Innenraum nicht gleichzusetzen mit einer akuten Gesundheitsgefährdung der Raumnutzer ist. Das Ausmaß der Gesundheitsgefährdung ist abhängig von der Art des Schadens und der Empfindlichkeit der Raumnutzer und kann im Einzelfall aufgrund fehlender wissenschaftlicher Daten meist nicht genau quantifiziert werden.
Vorbeugung
Ein angemessenes Lüftungsverhalten der Bewohner potenzieller Befallsräume ist zur Vorbeugung eines Bewuchses von Schimmelpilzen in der Regel ausreichend. Dazu genügt eine drei bis viermalige Querlüftung täglich, die Dauer von jeweils 5-15 Minuten haben sollte. Außerdem sollte bei der Kontrolle der Raumlufttemperatur darauf geachtet werden, dass die Differenz der Temperatur in den einzelnen Räumen einer Wohnung 4°C nicht überschreitet. Bei erhöhtem Feuchtigkeitsaufkommen in Folge von Backen, Braten, Kochen, Duschen oder Baden ist es ratsam, die feuchte Luft direkt ins Freie abzuleiten und darauf zu achten, dass keine Verteilung der Feuchtigkeit in der Wohnung durch geöffnete Türen zugelassen wird. Ob bei der relativen Luftfeuchtigkeit der empfohlene Oberwert von 65% eingehalten wird, kann man mit der Messung mit einem Hygrometer erkennen. Die Einrichtungsgegenstände an Außenwänden sollten nicht luftstrombehindernd angeordnet sein (mind. 10 cm Abstand zur Wand), wobei Raumecken möglichst frei zu halten sind.
Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, mögliche Wärmebrücken an Sockeln, Deckenauflagern, Fensteranschlüssen oder Stürzen bei der Planung und Ausführung zu berücksichtigen und zu vermeiden. Auch ist der Einbau neuer, dichter Fenster in Altbauten nicht unbedingt ratsam, wenn die Wärmeschutzeigenschaften der baulichen Substanz am Minimum der zulässigen Werte liegen und nicht korrigiert werden können. Ein wesentlicher Grundsatz der Vorbeugung vor Schimmelpilzbefall ist das Prinzip, die Wärmeschutzsituation und die Lüftungsmöglichkeiten als Gesamtes zu betrachten und nicht einen oder beide dieser Faktoren zu vernachlässigen.
Nach dem Befall

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Nach Feststellung eines Schimmelpilzbefalls ist es absolut notwendig, einen kompetenten Gutachter mit der Problemanalyse zu beauftragen. In der Regel genügt es nicht, einen nicht auf diesem Fachgebiet spezialisierten Handwerksbetrieb zur Behebung des Schadens zu engagieren. Prinzipiell ist die Feststellung der Art, zumindestens aber die der Gattung notwendig, um das Risiko, das hinsichtlich einer Gesundheitsgefährdung oder Materialzerstörung von dem Pilz ausgeht, exakt bestimmen zu können. So können im Mikrobiologielabor der BLEI-INSTITUT GmbH Schimmelpilze schnell und sicher identifiziert werden. Klassische mikrobiologische Methoden werden hier mit modernen molekularbiologischen Methoden kombiniert, um qualitativ hochwertige Ergebnisse und eine schnelle Ermittlung der Gattung beziehungsweise Art zu garantieren. Jeder Schimmelpilz hat spezifische Eigenschaften (z. B. Wachstum bei Körpertemperatur, Bildung von humanpathogenen Pilzgiften, Erzeugung extrem kleiner und leichter und damit lungengängiger Sporen) und bedingt somit eine unterschiedliche Gefährdung, welche konsequenterweise eine abgestimmte und zielgerichtete Sanierung nach sich zieht. Die BLEI-INSTITUT GmbH kann feststellen, welche Lebensbedingungen ein Pilz benötigt und was die konkrete Pilzkultur fördert. Daraufhin kann eine adäquate Renovierung der Problemzone geplant und durchgeführt werden








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