Vorkommen
Der Echte Hausschwamm ist ein typischer „Altbaupilz". Wegen seines relativ niedrigen Temperaturoptimums tritt er bevorzugt in Keller- und Erdgeschossen bzw. in leerstehenden Gebäuden auf. Er wächst gern in Fehlbodenräumen und Zwischendecken. Vor Befall sind auch Holzwerkstoffe, Dämmmaterialien, Teppiche, Bücher und Matratzen nicht gefeit, wenn die Mindestfeuchtigkeit für ein Wachstum vorliegt. Weil solch eine „Holzfeuchtigkeit" aber erst bei einer permanenten Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 % möglich ist und diese in Innenräumen nur kurzzeitig auftritt (duschen, kochen), ist die Wahrscheinlichkeit einer Infizierung doch eher gering. Anders kann das allerdings bei Einbaumöbeln sein, die oft so installiert werden, dass eine Hinterlüftung nicht möglich ist. Auch eingelagerte Möbel, die gleichmäßig kühl und feucht stehen, können befallen werden. Selten findet man den Echten Hausschwamm im Freien oder im Wald. Denn dies ist die Heimat des Wilden Hausschwamms (Serpula himantioides).
Auf Grund seines zerstörerischen Potenzials unterliegt die Entdeckung eines Hausschwammbefalls in fünf Bundesländern ( Hamburg, Hessen, Saarland, Sachsen, Thüringen ) einer gesonderten Meldepflicht. Der Pilz ist allerdings in allen Ländern der Republik gleichmäßig verbreitet, weswegen es keinen Sinn ergibt, eine Region als „hausschwammfrei" zu proklamieren. Das Problem bezieht sich aber nicht nur auf Deutschland oder Mitteleuropa, sondern erstreckt sich auch auf kühlere Teile Japans, auf Südaustralien, Kanada und die nördlichen Staaten Amerikas. Von allen pilzbedingten Gebäudeschäden in der Bundesrepublik ist der Echte Hausschwamm für 40 % verantwortlich und nimmt damit die Spitzenposition ein. Die Kosten belaufen sich auf etwa 200 Mio. € pro Jahr. In Dänemark und Schweden variieren die Angaben über die vom Hausschwamm verursachten Schäden von 22 - 51 % bezogen auf alle von Pilzen hervorgerufenen Gebäudezerstörungen. In Großbritannien betragen die jährlichen Reparaturkosten Schätzungen zufolge 150 Mio. £.









