A
Abdruckproben (Abklatschproben)
Bei diesem Prüfverfahren werden pro Messpunkt zwei Abdrücke (Malzextrakt- und DG18-Nährmedien) einer Oberfläche genommen. Diese werden bei 25°C bebrütet, die Anzahl der Kolonie bildenden Einheiten nach 3, 5 und 7 Tagen ausgezählt und mit Richtwerten zur Beurteilung einer mikrobiologischen Belastung verglichen.
Die Vermehrungsbedingungen können auf den jeweiligen Nährmedien sehr unterschiedlich sein. Für einige Spezies sind sie besonders gut, andere werden am Wachstum gehemmt. Ungeeignetes Nährmedium oder der Zustand der Sporen können zu schlechtem Wachstum führen.
Aeroplankton (Luftplankton)
In der Luft schwebende (Kleinst-)Lebewesen, wie Bakterien, Viren, Sporen (aber auch Pollen, Hautschuppen und Milben).
Absorption
Aufnahme eines Stoffes (hier meist Feuchtigkeit)
ADI
(= Acceptable daily intake (duldbare Tagesdosis))
Der ADI-Wert bezeichnet die Höchstmenge eines Stoffes in mg/kg Körpergewicht und Tag, die bei lebenslanger Einnahme beim Menschen keine Gesundheitsbeeinträchtigungen hervorruft.
Aflatoxine
Gruppe von Stoffwechselprodukten bestimmter Schimmelpilze (z.B. Aspergillus flavus), die besonders Nüsse, Mais und Getreidemehle befallen. A. gehören zu den gefährlichsten Pilzgiften und können bösartige Tumore hervorrufen. A. sind sehr widerstandsfähig gegen Hitze.
Aldehyde und Ketone
sind stark reaktive chemische Verbindungen. Daraus resultiert ihre schleimhautreizende Wirkung. Die gesättigten Aldehyde (außer Formaldehyd) sind toxikologisch relativ unbedenklich, haben allerdings schleimhautreizende Wirkung. In hohen Konzentrationen wirken sie leicht narkotisierend. Aldehyde dienen als Rohstoffe zur Kunststoff- und Kunstharzsynthese, als Desinfektionsmittel, zur Herstellung von Riechstoffen u.v.m. Ketone finden u.a. Verwendung als Ausgangsstoffe für synthetische Produkte in der pharmazeutischen Industrie und in Schädlingsbekämpfungsmitteln.
Aliphatische Kohlenwasserstoffe (=Alkane)
sind häufig verwendete Lösemittel, die z.B. in Farben, Lacken und Klebern, Lacken, Farben enthalten sind und aus diesen ausgasen können.
Allergene
Substanzen, die nach wiederholter Berührung mit der Körperoberfläche oder nach Aufnahme über die Atemwege im Organismus allergische Reaktionen hervorrufen können.
Allergie
Die Sporen vieler Schimmelpilze tragen auf ihrer Oberfläche Stoffe (Allergene), die nach erfolgter Sensibilisierung bei prädisponierten Personen Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Über die Allergene weiß man wenig, die bekanntesten gehören zu den Stoffgruppen der Proteine (z.B. Enzyme, Lipo- und Glykoproteine etc.).
Aromaten (z.B. Benzol, Toluol, Xylol, Ethylbenzol)
Die Aromaten gehören mit zu den wichtigsten chemischen Rohstoffen, die z.Z. zu 30% in allen Kunststoffen und zu 70% in allen Synthesefasern vertreten sind. Aromaten ist die Sammelbezeichnung für ringförmige Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff mit charakteristischem, intensiven Geruch. Die gesundheitsgefährdende Wirkung beruht darauf, daß sie Fette leicht lösen; im Körper erfolgt eine Anreicherung in Fett und Nervengewebe. Sie reizen Haut und Schleimhäute und schädigen das zentrale Nervensystem. Aromaten sind enthalten in Lösemitteln, Benzin, Kleber, Tabakrauch, Kfz-Abgasen, Farben und Lacken.
Asbest
besteht aus extrem faserigen silikatischen Mineralien, die aus Silicium, Sauerstoff, Wasserstoff und Metallkationen, wie Natrium, Magnesium, Eisen, Calcium und Natrium zusammengesetzt sind. A. ist beständig gegen Feuer, extreme Hitze, Säure und damit gegen Umwelteinflüsse. Er zeichnet sich zudem durch hohe Zugfestigkeit aus. Aus diesem Grunde wurde er z.B. für feuerfeste Bauteile und für Armierung von Bauplatten eingesetzt. In Form von Feinstaub kann A. bis in die Lungenbläschen gelangen und im Bereich von Lungen sowie Zwerch-, Rippen- und Bauchfell zu schweren Erkrankungen wie Asbestose und Krebs führen.
Ausgleichsfeuchte
Ein hygroskopisches Material ist stets bestrebt, mit der umgebenden Luft in ein Feuchtegleichgewicht zu kommen. Jeder Baustoff besitzt seine ihm eigene Ausgleichsfeuchte.
Vorhandensein von Wasser im Material bewirkt einen Wasserdampfdruck auf der Materialoberfläche. Wenn dieser Wasserdampfdruck dem Dampfdruck der umgebenden Luft entspricht, steht das Material im Feuchtegleichgewicht mit seiner Umgebung.
Jeder Unterschied im Wasserdampfdruck zwischen Material und umgebender Luft bewirkt einen Wasseraustausch und damit eine Änderung des Wassergehalts des betreffenden Materials, bis das Feuchtegleichgewicht wieder erreicht ist. Diese Ausgleichsfeuchte erreicht der Baustoff bei gleichem Klima über eine längerer Zeitspanne.
aw-Wert
Die absolute Materialfeuchte (µM) enthält neben dem für Schimmelpilze frei verfügbaren ungebundenen Wasser auch osmotisch und molekular gebundenes Wasser, welches von Schimmelpilzen nicht zu verwerten ist. Daher ist die Bestimmung des aw-Wertes, d. h. des für das Schimmelpilzwachstum verfügbaren Wassers wichtig.
Der aw-Wert wird definiert als das Verhältnis des Wasserdampfdruckes über dem Substrat (p) zu dem Dampfdruck des reinen Wassers (Po) in der Prüfkammer bei gegebener Temperatur (Scott, 1957, Schormüller, 1967).
aw = p/Po = RGF/100
p = Wasserdampfpartialdruck über dem Nährsubstrat bei gegebener Temperatur
Po = Sättigungsdampfdruck des reinen Wassers bei gegebener Temperatur
RGF = relative Gleichgewichtsfeuchte bei gegebener Temperatur im geschlossenen System
Absolut trockenes Material hat einen aw-Wert von 0, der höchste zu erreichende Wert ist 1,0 (destilliertes Wasser).






