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Andere Holzzerstörer

Wilder Hausschwamm (Serpula himantioides)

Der Wilde Hausschwamm ist dem Echten Hausschwamm habituell sehr ähnlich, befällt als Saprophyt ebenfalls Nadelholz und verursacht auch das gleiche Schadensbild wie der Echte Hausschwamm. Er wächst aber im Gegensatz zu diesem auf im Wald lagerndem oder im Freien verbautem Holz, besonders an der Unterseite von Schnittholz, und kann keine holzfreien Teile überwachsen.

In Kultur bildet der Wilde Hausschwamm Schnallen an allen Septen ohne Skeletthyphen, Bindehyphen und „cuticular cells" (blasig-lappige Anschwellungen) und keine Chlamydosporen. Das Mycel ist gelblich und ohne Mycelstränge (STALPERS 1978).

S. himantioides ist mit Kultur- und Hyphenmerkmalen kaum von S. lacrymans zu unterscheiden oder bestenfalls dadurch, dass S. himantioides möglicherweise weniger gelbes Hemmycel bildet und dass es unterschiedliche Zuwachsleistung gibt. Diese ist aber über die Zeit nicht stabil und variiert in einigen Stämmen beträchtlich.

  

  

Weißer Porenschwamm (Antrodia vaillantii)

Der „Weiße Porenschwamm" kommt in Europa, Asien, Nordamerika und Australien auf Nadelholz vor. In Schweden war er zwischen 1978 und 1988 der häufigste Porenschwamm (VIITANEN UND RITSCHKOFF 1991). Porenschwämme befallen nachhaltig feuchtes Holz mit einem Feuchtebereich von 30 bis 90% und greifen nicht auf trockenes Holz über. In feuchten Gebäuden treten sie besonders in Obergeschossen auf.

In Kultur sind Hyphen mit Schnallen an allen Septen, generativen Hyphen mit unregelmäßig verdickten Wänden und mäandrierenden Lumen vorhanden. Einige Lufthyphen sind durch kurze, blinde, lichtbrechende Enden mit selten oder gelegentlich verzweigten Skeletthyphen, manchmal mit blasigen Schwellungen oder Chlamydosporen (STALPERS 1978) gekennzeichnet. Das Luftmycel ist stark aufsteigend, flaumig weich, lang baumwollartig, weit verzweigt und wollig bis eisblumenartig.

  

  

Brauner Keller- und Warzenschwamm (Coniophora puteana)

Der Kellerschwamm ist der häufigste Hausfäuleerreger in Neubauten, die vor dem Bezug nicht entfeuchtet wurden, findet sich jedoch auch in feuchten Altbauten und an verbautem Holz im Freien. In Gebäuden kann er überall an feuchtem Holz wachsend bis zum Dachstuhl aufsteigen. Neben Nadelholz baut er auch zahlreiche Laubhölzer ab. Mit einem Feuchteanspruch von 30 bis 80% ist durch ihn alles Holz im Bereich feuchter Mauern, feuchter Böden sowie alles Holz in Räumen mit starker Wasserdampfentwicklung gefährdet. Meist ist eine nur magere Mycelbildung in Form dunkler Verfärbungen am Holz der einzige Hinweis auf einen Befall.

Das Luftmycel ist flaumig, weich, büschelig, zu Konglomeraten neigend, wollig, z.T. lang baumwollartig, weit und ungleichmäßig verzweigt. Das Mycel ist aufsteigend und am Rand verstärkt. Die Hyphen sind z.T. mit verzweigten, auch wirteligen Schnallen besetzt. Ihr Durchmesser ist kleiner als die Hyphendurchmesser, ihre Oberfläche ist mit einer öligen Substanz bedeckt und pigmentiert. Die dünnwandigen generativen Hyphen haben einen Durchmesser von 1,5 bis über 7,5 µm, die Septen sind ampullenförmig geschwollen und Hyphenstränge vorhanden. Die Kultur ist mehrfarbig mit weißen (junges Luftmycel), cremefarbenen, später mit braunen, gelben und ockerfarbenen Tönen (Conidienlager).

Coniophora-Arten besitzen in Kultur Wirtelschnallen, mit Arthroconidien und Mycelsträngen, die aus breiten dünnwandigen und schmalen dickerwandigen Hyphen bestehen (Stalpers 1978).

     

  

Eichenporling (Donkioporia expansa)

Der Eichenporling ist ein Weißfäuleerreger und befällt überwiegend Eichenholz, selten auch andere Laub- und Nadelhölzer. Das Holz wird im Endstadium zerfasert und abgebaute Holzfasern wechseln mit braungefärbten, weniger geschädigten Holzfasern ab (Weiß et al. 2000). Es werden keine Mycelstränge gebildet. Oberflächenmycel wird häufig nur in Kultur gebildet und ist wollig weiß (Weiß et al. 2000).

Der Eichenporling kommt nur in Bereichen mit nachhaltiger Durchfeuchtung des Holzes über längere Zeit vor und ist der gefährlichste Zerstörer des Eichenkernholzes. In jüngster Zeit ist der Eichenporling häufig an Fachwerkhäusern und in feuchten Kellern zu finden.

     

  

Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarum)

Der Zaunblättling wächst als Saprophyt vorwiegend auf Kiefernholz. Die Blättlinge gehören zu den stärksten Holzzerstörern an witterungsexponiertem geschlagenem Nadelholz, wo sie Braunfäule bewirken. Durch Staunässe infolge bautechnischer Mängel (offene Fensterfugen) sowie nach Handhabungsfehlern durch den Benutzer (Verletzung der Lackschicht) sind die Blättlinge die wichtigsten Zerstörer von Nadelholzfenstern. Außer an Fensterholz finden sich die Blättlinge weiterhin in Gebäuden nach Feuchtigkeitsschäden oder fehlerhaftem Aufbau im Dachbereich. Locker weiß gepudertes Oberflächenmycel ist nur in Kulturen vorhanden. Oft entwickelt sich ein Luftmycel an Gebäuden.

Gloeophyllum sepiarium kann in eine über mehrere Jahre dauernde Trockenstarre fallen und besitzt einen teerartig-süßlichen Geruch auf befallenem Holz (Weiß et al. 2000).

In Kultur fehlen die Schnallen nur an den Hyphen der Zuwachszone. Das Mycel ist deutlich braun, mit Skeletthyphen, Arthrosporen und Chlamydosporen (Stalpers 1978).

  

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