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Lexikon

Auftreten und Ursache 

 

Wie für alle Mikroorganismen gilt auch für Schimmelpilze, dass sie sich nur in einem geeigneten Milieu entwickeln können. Dazu ist neben einem entsprechenden Nährboden und einer für die Pilze idealen Temperatur ein Mindestmaß an Feuchtigkeit unabdingbar. Organisches Material, das vor allem Zucker, Zellulose oder Lignin enthält, ist für einen Schimmelpilzbefall geradezu prädestiniert. Weiterhin ist freies und ungebundenes Wasser in oder auf einem Nährsubstrat (Baumaterial, Tapeten, Möbel u. a.) Voraussetzung für das Wachstum einer Schimmelpilzkultur.
Schimmelpilze sind sehr anpassungsfähige und wandelbare Mikroorganismen und in fast jeder ökologischen Nische anzutreffen. Wo Wärme und Feuchtigkeit aufeinandertreffen,wie z.B. in Küchen, Bädern und Gewächshäusern, kann ein Befall niemals kategorisch ausgeschlossen werden.  Auch dort, wo Nährstoffe für Schimmel leicht zugänglich sind, ist das Risiko eines Wachstums hoch. So entwickeln und vermehren sich viele Arten gern in Komposthaufen oder Mülleimern, morschem Holz, Heu oder Stroh, in faulem Laub oder auf Getreide und Nüssen.
Die am häufigsten auftretende Erscheinungsform von Pilzen in Innenräumen stellt das Wachstum auf Oberflächen von Wänden und Decken dar. Hier ist für gewöhnlich sichtbares oder von der Oberfläche aufgesaugtes Tau- bzw. Kondenswasser die Ursache. Weiterhin bedarf es eines geeigneten Nährbodens, weshalb ein Befall nicht selten auf Tapeten, speziell auf Raufasertapeten vorzufinden ist. Raufasertapeten enthalten einen relativ hohen Anteil an Zucker, Eiweiß und Lignin und bilden bei der Befeuchtung die Nahrungsgrundlage für Schimmelpilze. Zusätzlich binden auch Dispersions- oder auch Leimfarben, mit denen Tapeten behandelt sein können, ausreichend Nährstoffe für die in Innenräumen am häufigsten vorkommenden Arten Aspergillus, Alternia, Cladosporium, Chaetomium, Penicillium, seltener Stachybotrys. Die Kombination der in handelsüblichen Tapeten und Dispersionsfarbanstrichen vorhandenen pH-Werte (zwischen 4,6 und 8,1) und der organischen Materie, die sich in der Luft befindet, stellt  für Schimmel eine ideale Grundlage dar.

 

 

Medizinische Relevanz 

 

Schimmelpilze und deren Sporen gehören zu den wichtigsten Allergenen im Innenraum. Sie können massive gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie Allergien, Erkrankungen der Atemwege, Übelkeit oder Kopfschmerzen verursachen und darüber hinaus auch krebserregend wirken. Diese unspezifischen Symptome spielen nicht nur zu Hause, sondern auch am Arbeitsplatz eine wesentliche Rolle.

 

Vorbeugung 

 

Ein angemessenes Lüftungsverhalten der Bewohner potenzieller Befallsräume ist zur Vorbeugung eines Bewuchses von Schimmelpilzen in der Regel ausreichend. Dazu genügt eine drei bis viermalige Querlüftung täglich, die die Dauer von jeweils 5-15 Minuten haben sollte. Außerdem sollte bei der Kontrolle der Raumlufttemperatur darauf geachtet werden, dass die Differenz der Temperatur in den einzelnen Räumen einer Wohnung 4°C nicht überschreitet. Bei erhöhtem Feuchtigkeitsaufkommen in Folge von Backen, Braten, Kochen, Duschen oder Baden ist es ratsam, die feuchte Luft direkt ins Freie abzuleiten und darauf zu achten, dass keine Verteilung der Feuchtigkeit in der Wohnung durch geöffnete Türen zugelassen wird. Ob bei der relativen Luftfeuchtigkeit der empfohlene Oberwert von 65% eingehalten wird, kann man mit der Messung mit einem Hygrometer erkennen. Die Einrichtungsgegenstände an Außenwänden sollten nicht luftstrombehindernd angeordnet sein (mind. 10 cm Abstand zur Wand), wobei Raumecken möglichst frei zu halten sind.
Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, mögliche Wärmebrücken an Sockeln, Deckenauflagern, Fensteranschlüssen oder Stürzen bei der Planung und Ausführung zu berücksichtigen und zu vermeiden. Auch ist der Einbau neuer, dichter Fenster in Altbauten nicht unbedingt ratsam, wenn die Wärmeschutzeigenschaften der baulichen Substanz am Minimum der zulässigen Werte liegen und nicht korrigiert werden können. Ein wesentlicher Grundsatz der Vorbeugung vor Schimmelpilzbefall ist das Prinzip, die Wärmeschutzsituation und die Lüftungsmöglichkeiten als Gesamtes zu betrachten und nicht einen oder beide dieser Faktoren zu vernachlässigen. 

 

Nach dem Befall 

 

Nach Feststellung eines Schimmelpilzbefalls ist es absolut notwendig, einen kompetenten Gutachter mit der Problemanalyse zu beauftragen. In der Regel genügt es nicht, einen nicht auf diesem Fachgebiet spezialisierten Handwerksbetrieb zur Behebung des Schadens zu engagieren. Prinzipiell ist die Feststellung der Art, zumindestens aber die der Gattung notwendig, um das Risiko, das hinsichtlich einer Gesundheitsgefährdung oder Materialzerstörung von dem Pilz ausgeht, exakt bestimmen zu können. So können im Mikrobiologielabor der BLEI-INSTITUT GmbH Schimmelpilze schnell und sicher identifiziert werden. Klassische mikrobiologische Methoden werden hier mit modernen molekularbiologischen Methoden kombiniert, um qualitativ hochwertige Ergebnisse und eine schnelle Ermittlung der Gattung beziehungsweise Art zu garantieren. Jeder Schimmelpilz hat spezifische Eigenschaften (z. B. Wachstum bei Körpertemperatur, Bildung von humanpathogenen Pilzgiften, Erzeugung extrem kleiner und leichter und damit lungengängiger Sporen) und bedingt somit eine unterschiedliche Gefährdung, welche konsequenterweise eine abgestimmte und zielgerichtete Sanierung nach sich zieht. Die BLEI-INSTITUT GmbH kann feststellen, welche Lebensbedingungen ein Pilz benötigt und was die konkrete Pilzkultur fördert. Daraufhin kann eine adäquate Renovierung der Problemzone geplant und durchgeführt werden 

 

 

4 User online | 2010 © Blei Institut - Privatinstitut für Innenraumtoxikologie - Dr. Blei GmbH

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